Hier gibt's wichtige Buchempfehlungen:

Generation Geil: Jugend im Selbstporträt

Wer die Lebenswelt heutiger Jugendlicher kennenlernen will, der greife zu Katharina Weiß und ihrem Bestseller "Generation Geil", ein Buch mit 20 Selbstporträts von jeweils zehn Mädchen und Jungen. Lesen Sie hier die Buchempfehlung von Markus Karstädter, wiss. Mitarbeiter der Initiative für werteorientierte Jugendforschung.

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Wie ticken Jugendliche?

Wie ticken Jugendliche? Sinus-Milieustudie U27

Hrsg. vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend und dem Bischöflichen Hilfswerk Misereor
Düsseldorf: Verlag Haus Altenberg, 2008.

696 Seiten, zahlreiche Abbildungen.

Preis: 55¤

 Absolut grundlegend für die Jugendarbeit ist die Sinus-Studie U27, mit der sich unser Newsletter Nr. 2 beschäftigt (http://www.ethikinstitut.de/index.php?id=251). Die Studie bietet neben der Untersuchung der Jugendlichen von 14 bis 19 Jahren auch Abschnitte über Kinder (9-13 Jahre) und junge Erwachsene (20-27 Jahre). Ergänzt werden die gut lesbaren und allgemeinverständlichen Ausführungen durch zahlreiche typische Zitate von interviewten Jugendlichen. Außerdem bestand ein Teil der Untersuchung darin, dass die befragten Jugendlichen ein kreatives Tagebuch führen sollten zu den beiden Themen: Das gibt meinem Leben (mehr) Sinn. und Die ideale Religion und Kirche für mich. Auch daraus sind zahlreiche Beispiele abgedruckt und z.T. interpretiert. So zeichnet die Studie ein lebendiges Bild der Lebenswelten heutiger Jugendlicher.

 

Milieus praktisch

Milieus Praktisch: Analyse- und Planungshilfen für Kirche und Gemeinde

Von Claudia Schulz, Eberhard Hauschildt und Eike Kohler

Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2008.

296 Seiten mit 20 Abb. und 6 Tab., kartoniert.

Preis: 24,90 ¤

 

Wer sich weiter darüber informieren möchte, was es mit der Milieuperspektive auf sich hat und was sich für gemeindliche Arbeit bedeuten kann, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Die drei Autoren verfügen jeweils über ausgewiesene Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich der empirischen Sozialforschung so etwa im Kontext der EKD-Untersuchungen. Fast möchte man sagen: Dennoch haben sie ein ausgesprochen gut lesbares und praktisches Arbeitsbuch für Kirche und Gemeinde geschrieben.

Darin beziehen sie die Milieuperspektive zunächst auf ganze verschiedene aktuelle Spannungsfelder (I.): Z.B. Kirche für alle vs. Zielgruppengemeinde, Pastoren- vs. Beteiligungskirche, Ortgemeinde oder funktionale Dienste. Nach diesem einleitenden Problemaufriss wird dann ganz allgemein die Geschichte des Milieubegriffs skizziert (II.1). Im Anschluss daran präsentieren sie eine eigene Aufteilung von sechs Milieus in der Kirche. Von Anfang erläutern praktische Beispiele das von ihnen gewählte Schema. Es hat aus meiner Sicht besonders zwei Vorteile: 1. Die Aufteilung ist weniger komplex als die 10er-Aufteilung der Sinusmilieus. 2. ist sie stärker auf Kirche und Gemeinde bezogen, was z.B. gegenüber Schulze 1993 den Vorteil hat, dass man nicht mehr so viel Übersetzungsarbeit leisten muss.

Im dritten Hauptkapitel von Milieus praktisch werden diese Überlegungen dann auf verschiedene kirchliche Praxisfelder angewandt. Darunter findet sich der Gottesdienst genauso wie die Medienarbeit, das ehrenamtliches Engagement, die Kunst oder die Musik. Dabei wird natürlich eine landeskirchliche Perspektive im Kirchenverständnis deutlich. Dennoch fällt es leicht, die sensiblen und praktischen Ausführungen auf einen freikirchlichen Kontext und auf Fragen der Jugendarbeit zu übertragen.

Ein viertes Kapitel bietet dann eine praktische Anleitung zur Analyse der eigenen Gemeinde (bzw. Jugendgruppe). Interessant sind z.B. Überlegungen, wie man Arbeits- und Beteiligungsformen milieugerecht gestalten kann (250ff.).

Das letzte Kapitel (V.) bemüht sich um eine theologische Reflektion der Milieuperspektive. An dieser Stelle scheint mir das Potential noch nicht voll ausgeschöpft zu sein. Dass Kirche einerseits milieusensibel sein und gleichzeitig milieuübergreifende Einheit und Gemeinschaft sein sollte, liegt auf der Hand. Die Autoren weisen daher auf die besondere Bedeutung des Abendmahls als Symbol der Einheit hin. Ohne dies in Abrede zu stellen, frage ich mich, ob hier nicht noch mehr zu sagen wäre. Z.B. wäre zu überlegen, ob nicht auch der Diakonie hier eine besondere Rolle zukommen könnte. Schließlich erweist sie sich in der Sinus-Studie als etwas von praktisch allen Milieus hoch Geschätztes.

Trotz dieser offenen Fragen ist das Buch hervorragend geeignet, die Praxis in Gemeinde und Jugendarbeit um wichtige Perspektiven zu bereichern. 

Jugend und Medien

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Aktuelles

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Die Initiative für werteorientierte Jugendforschung ist mit ihrem Stand auf dem Jugendplus-Kongress (Willow Creek) in Wetzlar vom 31.5.-2.6.13 vertreten. Herzlich willkommen.

 
eselsohr